Schadstoffe in der Muttermilch?
Umweltgifte finden sich auch in der Muttermilch: Viele Mütter sind deshalb verunsichert, ob sie ihr Baby überhaupt stillen sollen. Die Antwort lautet: Ja.
Trotz Schadstoffresten – Muttermilch ist Trumpf
Der Tribut, den wir unserer modernen Lebensweise zollen, ist hoch. Da will man das Beste für sein Baby und gibt ihm Muttermilch – doch auch hier holen sie uns ein: Die Umweltgifte. Viele Mütter sind verunsichert, ob sie ihr Baby deshalb überhaupt stillen sollen. Das Bundesgesundheitsamt und die Weltgesundheitsorganisation WHO sind sich jedoch einig: Auch Reste von Dioxinen und Furanen in der Muttermilch ändern nichts daran, dass die Vorteile gegenüber Ersatzprodukten auf Kuhmilchbasis überwiegen. Bisher wurden bei Kindern noch keine Schäden festgestellt, die nachweislich auf Schadstoffe in der Muttermilch zurückzuführen gewesen wären.
Grenzwerte werden seltener erreicht
Und manches ist ja auch besser geworden: Die chemischen Untersuchungsämter haben beobachtet, dass die über den Grenzwerten liegenden Muttermilch-Proben rückläufig sind. Das liegt daran, dass viele stillende Mütter aus Jahrgängen stammen, in denen bestimmte Substanzen – vor allem die chlorierten Kohlenwasserstoffe (Schädlingsbekämpfungsmittel, Imprägniermittel usw.) – bereits verboten waren. Daher hat ihr Körper diese Gifte nicht gespeichert, wie es noch bei ihren Müttern der Fall war. Die Dioxine und Furane allerdings betrifft dies nicht, sie sind sogar in der Luft, die wir atmen.
Zurück zur Traumfigur – aber nicht in der Stillzeit
Was kann man denn nun tun, um die Belastung des Babies an Schadstoffen durch die Muttermilch möglichst gering zu halten? Da die Gifte sich überwiegend im mütterlichen Fettgewebe ablagern, sollte man die Stillzeit keinesfalls – wie oft üblich – zum raschen Abnehmen nutzen. Da das Stillen stark zehrt, werden leicht Fettpölsterchen aufgelöst, die oft seit Jahren dort gespeicherten Schadstoffe freigesetzt und zum Teil über die Muttermilch an das Kind weitergegeben. Man sollte also bis nach dem Abstillen warten, bevor man sich daran macht, sein Idealgewicht wieder zu erreichen. Auch hat sich nach manchen Studien herausgestellt, dass nach einem Jahr Stillen unabhängig vom Gewicht die Schadstoffmenge in der Milch deutlich ansteigt. Manche Ärzte sind daher der Meinung, eine Mutter sollte nicht länger als zwölf Monate stillen, weil die Vorteile die Nachteile ab dann nicht mehr überwiegen.
Ernährung mit Köpfchen
Eine Frau kann zudem - zumindest während der Stillzeit – besonders darauf achten, ungespritztes Obst und Gemüse zu kaufen, bzw. reguläres Obst und Gemüse gründlich abzuwaschen und zu –reiben. Auch sollte man beim Einkauf Produkte aus Ländern meiden, die noch bis vor kurzem DDT als Pflanzenschutzmittel einsetzten (z.B. Italien, Ostblockstaaten), da die Böden der Anbauflächen dort dieses Gift noch enthalten könnten. Generell sind pflanzliche Lebensmittel weniger belastet als tierische. Bei Fleisch und Fisch wiederum gilt: Fettreiches tierisches Gewebe ist stärker mit Schadstoffrückständen belastet als mageres.
Und nicht nur im Hinblick auf das Stillen sollte man auch beim Haus- und Wohnungskauf bzw. bei der Renovierung und Umbauarbeiten darauf achten, keine giftigen Holzschutzmittel (PCB) zu verwenden. Die sind nämlich zum Teil wesentlich giftiger als die mit der Nahrung aufgenommenen Substanzen, und dampfen auch nach 20 Jahren noch kräftig in die Raumluft aus.
Milch kann kostenlos getestet werden
Wenn eine Frau aber den Verdacht hat, dass sie überdurchschnittlich viel Kontakt mit Schadstoffen hat (am Arbeitsplatz, Wohnort, durch Tätigkeit in der Landwirtschaft usw.) kann sie in den meisten Bundesländern ihre Milch kostenlos auf Umweltgifte testen lassen. Sie sollte sich an die jeweilige Chemische Landesuntersuchungsanstalt bzw. an die Staatlichen Chemischen Untersuchungsämter wenden (Auskunft). Adressen, Infos und Milchprobengefäße geben oft auch die örtlichen Gesundheitsämter.
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