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Abstillen – so geht's

Mutter Baby troesten iStock grandriver
Foto: ©iStockphoto.com/ grandriver

Nach einigen Monaten des Stillens kommt die Zeit, wo frau merkt: Langsam reicht's. Um dem Baby den Abschied von der mütterlichen Brust möglichst leicht zu machen, sind kleine Schritte nötig. urbia-Autorin Gabriele Möller berichtet über das sanfte Entwöhnen des Babys.

von Gabriele Möller

Ideal: Wenn Mutter und Kind sich einig sind

Manchmal fühlen Mutter und Kind gleichzeitig, dass es jetzt genug ist. Das Kind stillt sich nach und nach selbst ab, indem es das Interesse an der Brust zunehmend verliert. Und die Mutter ihrerseits bietet die Brust nicht mehr an, sondern wartet ab, ob das Kind sich meldet und trinken möchte.

Diese Form des Abstillens ist naturgemäß die harmonischste für beide Seiten. Doch wenn man bereit ist zu warten, bis sich das Kind selbst abstillt, muss man damit rechnen, dass die Stillzeit recht lange dauern kann.

Die Mutter möchte abstillen

Häufig ist es so, dass die Mutter irgendwann beschließt, nun abzustillen. Jetzt ist es wichtig, den großen Schritt der Trennung von der mütterlichen Brust für das Kind möglichst sanft zu gestalten. Wenn man also beschlossen hat abzustillen, sollte man diesen Entschluss nicht ratzfatz in die Tat umsetzen, sondern jeweils in kleinen Schritten vorgehen, zwischen denen mindestens eine Woche liegt.

Man ersetzt also zunächst eine Brustmahlzeit (nicht die abendliche, die für das Kind als Ausklang für den Tag noch besonders wichtig ist) durch eine Flaschenfütterung oder - je nach Alter des Kindes - durch eine Breimahlzeit und wartet mindestens eine Woche, bevor man eine weitere Mahlzeit ersetzt. So kann sich auch die Brust am besten an die gesunkene Nachfrage gewöhnen.

Tritt doch einmal eine harte Stelle auf, kann sie mit der flachen (eingeölten oder nassen) Hand sanft ausgestrichen werden (nicht abpumpen, da dies die Neuproduktion der Milch wieder anregt). Salbeitee hilft mit, die Milchproduktion allmählich zu senken. Ist das Kind älter als vier Monate, steigen viele Eltern direkt auf leichte Breimahlzeiten um. Dennoch ist es natürlich möglich, noch lange weiterzustillen. Viele Mütter haben gute Erfahrungen damit gemacht, noch bis zum Alter von einem Jahr (oder auch länger) eine Stillmahlzeit täglich beizubehalten. Falls gar nicht mehr gestillt wird, sollte das Kleinkind jedoch bis zum dritten Lebensjahr noch Gelegenheit zum Saugen haben (Flasche, Trinklerntasse, Daumen oder Schnuller).

Das Kind verliert das Interesse an der Brust

Manchmal hört ein Kind nach einigen Monaten innerhalb ziemlich kurzer Zeit auf, Interesse an der Brust zu bekunden. Ursache kann zunächst einfach sein, dass das Baby nach einem Entwicklungsschub alles, was in seiner Umgebung passiert, interessanter findet als die mütterliche Brust. In diesem Fall ist es sinnvoll, in einer möglichst reizarmen Umgebung zu stillen (im stillen Kämmerlein) und dem Baby während der Mahlzeit viel Zeit zu lassen. Frühestens vom Alter von vier bis fünf Monaten an kann es auch sein, dass sich das Baby nun sehr für den Löffel und das Essen mit diesem Hilfsmittel interessiert. Möglicherweise ist dann die Zeit gekommen, die erste Breimahlzeit einzuführen. Manche Kinder wollen irgendwann von sich aus überhaupt nicht mehr an die Brust. Auch wenn’s ein bisschen weh tut: Akzeptieren Sie den Wunsch Ihres Kindes und bieten Sie die Brust nicht gegen dessen Willen immer und immer wieder an.

Lassen Sie ruhig bei sich selbst Tränen zu, wenn Sie sich eigentlich eine längere Stillzeit gewünscht hätten. Geben Sie dem Kind viel Aufmerksamkeit und körperliche Nähe, singen und spielen Sie viel mit ihm. So erhalten Sie beide noch eine große Portion Nähe.

Wenn das Kind aber eigentlich altersmäßig noch nicht abstillreif ist (mit ca. vier Monaten), wenden Sie sich an eine Stillberaterin, um zu ergründen, warum das Baby momentan im "Stillstreik" ist.

Adressen und Literatur

Adressen

La Leche Liga (LLL) Deutschland, Info-Hotline Tel.: 06851 / 25 24 (Vermittlung an Stillberaterinnen). Internet: www.lalecheliga.de.

Bund Deutscher Hebammen, Postfach 1724, 76006 Karlsruhe,Tel.: 0721/9 81 89-0

Bund Freiberuflicher Hebammen, Am Alten Nordkanal 9, 41748 Viersen,Tel.: 02162/35 21 49

Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen (AFS), Geschäftsstelle, Bornheimer Straße 100, 53119 Bonn, Tel.: 0228 - 35 038 71, Fax: 0228 - 35 038 72, Mail: geschaeftsstelle@afs-stillen.de, Internet: www.afs-stillen.de

Bund Deutscher Laktationsberaterinnen IBCLC e.V., Elke Sporleder,Delpweg 14, 30457 Hannover, Tel.: 05 11 / 46 58 49.

Literatur

La Leche League International: Handbuch für die stillende Mutter. La Leche Liga 1990. Bei La Leche Liga (LLL) Deutschland, Karin Busse, Tel.: 05 71 / 489 46.

Hannah Lothrop: Das Stillbuch. München: Kösel 1995.

Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen (AFS) (Hrsg.): Abstillen. Karlsruhe: AFS 1993 (Adresse AFS s. Adressenteil).

Schnell und unproblematisch bestellen können Sie Bücher bei urbia: Stillen. Rat und praktische Hilfe für alle Phasen der Stillzeit.


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